27 February 2018 to 2 March 2018
Karlsruher Institut für Technologie
Europe/Berlin timezone

Von der Sicherung der Projektergebnisse bis zur nachhaltigen Gestaltung der Lehr-Lern-Kultur

1 Mar 2018, 13:00
45m
Karlsruher Institut für Technologie

Karlsruher Institut für Technologie

Poster Postersession

Speaker

Karolina Bielak (TU Braunschweig)

Abstract (für alle Formate)<br>Bitte vergessen Sie nicht<br> das Format unter<br>"Presentation type"<br> am Ende dieser<br>Seite anzugeben.

Durch die Projekte im Qualitätspakt Lehre wurden in den letzten Jahren an den deutschen Hochschulen und Universitäten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die die Lehre neben der Forschung stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt haben. Neben der inhaltlichen Ausgestaltung diverser Aktivitäten und Programme war bei deren Konzeption ebenso der Gedanke relevant wie die jeweilige Organisation mit ihren vielfältigen Akteur/innen auf den stattfindenden Wandel reagiert. Zudem stellte sich spätestens zum Ende der ersten Förderperiode hin die Frage, wie die erarbeiteten Ergebnisse und Erfahrungen nachhaltig Früchte tragen können. Das Poster stellt am Beispiel der TU Braunschweig und des Projektes teach4TU „Lehr-Lern-Kultur nachhaltig gestalten“ Instrumente vor, die sich bei der Gestaltung und Qualitätssicherung des stattfindenden Change-Prozesses als erfolgreich erwiesen haben. Der Darstellung werden die drei Typen der Nachhaltigkeit nach Seufert (2008) zugrunde gelegt. Während es sich bei der projektorientierten Nachhaltigkeit vordergründig um die Sicherung der Projekte handelt, wird bei der systemorientierten Nachhaltigkeit dafür gesorgt, die erarbeiteten Ergebnisse in die Breite zu tragen. Die potenzialorientierte Nachhaltigkeit geht mit der Herausbildung einer Organisationskultur einher, in der das Lernen und die Kompetenzentwicklung ihrer Mitglieder nicht nur gewollt, sondern auch gelebt wird. Denn die lernenden Organisationen reagieren auf neue Herausforderungen mit einer hohen Bereitschaft zu flexiblen, schnellen und konstruktiven Lösungen. Die drei Typen der Nachhaltigkeit können am Beispiel der TU Braunschweig auch als Entwicklungsstufen betrachtet werden.
Projektorientierte Nachhaltigkeit. Mit dem Projekt teach4TU wurde an der TU Braunschweig zum einen ein hochschuldidaktisches Qualifizierungsprogramm für Lehrende aufgebaut und zum anderen ein wettbewerbliches Verfahren zur Förderung von Lehr-Lern-Innovationen etabliert. Die zentrale Ansiedlung des Projektes unter der Vizepräsidentin für Lehre und Studium stellte die Anbindung an das zentrale Qualitätsmanagement in Lehre und Studium sicher. Um die Lehrenden zur Mitwirkung zu motivieren, wurden verschiedene Wege genutzt. Die intensive Berichterstattung in den Hochschulgremien sowie die Einbindung deren Mitglieder bei der Entwicklung des Tags der Lehre, des studentischen Lehrpreises sowie im Diskussionsprozess zu Leit-und Richtlinien für die Lehre an der TU Braunschweig erhöhte die Akzeptanz der teach4TU-Maßnahmen unter den Lehrenden. Der Aufbau einer professionellen Öffentlichkeitsarbeit trug wesentlich zur Bekanntmachung des Projektes bei dieser Zielgruppe aber auch bei Studierenden bei. Auf der Ebene der innovativen Lehr-Lern-Projekte ging es in dieser Phase darum, erste Erfahrungen mit neuen Konzepten in den verschiedenen Fächern zu sammeln. Parallel zur Überzeugungsarbeit und Etablierung der Angebote wurden die im Projekt angestrebten Zielzahlen in den Zielvereinbarungen der Hochschule mit dem Land verankert.
Systemorientierte Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt wurden die Vereinbarungen mit dem Land auf die Fakultäten und Fächer übertragen. In entsprechenden Zielvereinbarungen für den Bereich Studium und Lehre sowie in den jährlichen Lehrberichten, die von Studiendekan/innen an das Präsidium gerichtet werden, wird festgehalten, wie sich die Lehrenden des jeweiligen Fachs an den teach4TU-Qualifizierungsangeboten beteiligen und wie viele innovative Lehr-Lern-Projekte pro Bereich initiiert werden. Gleichzeitig fand die Wahrnehmung von hochschuldidaktischen Weiterbildungen einen Eingang in die Zielvereinbarungen mit den Neuberufenen. Die ersten Absolvent/innen der Grundlagenprogramme schlossen sich zu einem informellen Netzwerk, das punktuell aus dem Projekt heraus begleitet wurde, zusammen. Um die innovativen Projekte über die Fächergrenzen hinweg in die Breite zu tragen, wurde ein Transferprogramm eingeführt.
Potenzialorientierte Nachhaltigkeit. Zu Beginn der neuen QPL-Förderperiode befindet sich die TU Braunschweig an dem Punkt, aus den gesammelten Erfahrungen zu lernen und Konzepte zum Wissensmanagement zu entwickeln, die die kontinuierliche Qualitätsentwicklung der Lehre unter Mitwirkung aller Hochschulmitglieder gewährleisten. Als Beispiele sind die Institutionalisierung des Teaching Analysis Polls als Instrument zur Lehrveranstaltungsevaluation sowie die Entwicklung des Konzepts zur Feststellung der pädagogischen Eignung in Berufungsverfahren zu nennen.

Literatur:
Seufert, Sabine (2008): Innovationsorientiertes Bildungsmanagement. Hochschulentwicklung durch Sicherung der Nachhaltigkeit von eLearning, VS Verlag für Sozialwissenschaften.

3-5 Keywords (aus: Personalentwicklung,<br> Studiengangentwicklung,<br> Institutionalisierung/<br>Strukturentwicklung, Organisations-<br>entwicklung, Bildungs-<br>politik, HD Praxis,<br>Fachdidaktik/Fachkultur, <br> HD Grundlagenforschung, <br>Angewandte Forschung, <br> Wertediskurs, Internationalisierung,<br> Netzwerke, ggf. andere Schlüsselbegriffe)

Change Management, Nachhaltigkeit, Organisationsentwicklung

Primary author

Karolina Bielak (TU Braunschweig)

Presentation Materials

Paper

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